Ratgeber Elektroinstallation

10 Tipps & Tricks bei der Elektroinstallation

In jedem Haushalt befinden sich mehrere, unterschiedliche Elektroinstallationen. Während viele von ihnen durch den Profi installiert werden müssen, gilt dies nicht für jede Ausführung. Manche Elektroinstallationen können auch mit etwas handwerklichem Können selbst verlegt und befestigt werden. Die zehn nachfolgenden Tipps und Tricks sollen jedem Hobbyhandwerker helfen, Elektroinstallationen problemlos und sicher zu planen und installieren.

Ratgeber Elektroinstallation

1. Installationszonen im Haushalt beachten

Durch das komplette Gebäude bzw. durch die komplette Wohnung verlaufen mehrere elektrische Leitungen, welche wiederum die sogenannten Installationszonen erschaffen. Diese liegen standardmäßig unter dem Wandputz, wodurch sie mit dem freien Auge nicht sichtbar sind. Bei einer falschen Handhabung, beispielsweise bei Bohrungen in der Wand, kann der Fall eintreten, dass die Elektroleitungen versehentlich beschädigt werden und somit die Hauselektronik unbrauchbar wird. Um diesem Vorfall vorzubeugen, müssen die Installationszonen im Haushalt berücksichtigt werden. Die Installationszonen bzw. DIN 18015 dienen laut Vorschrift dazu, dass nur in ihnen die elektrischen Leitungen verlegt werden. Besonders streng sind die Vorschriften bezüglich Elektroinstallationen im Bad, da hier das Risiko bezüglich Stromschläge deutlich ansteigt. Eine falsche Bohrung kann einen unbeabsichtigten Kurzschluss erzeugen, welcher in manchen Fällen nur durch den Fachmann wieder behoben werden kann. Lediglich der Fußboden sowie die Zimmerdecken besitzen keine Installationszonen, sodass bei der Befestigung von Elektroinstallationen hier aufgepasst werden muss. 

2. Basics der Elektroleitungen in Wohnräumen kennen

Die Basics der Elektroleitungen in Wohnräumen beziehen sich hauptsächlich auf ihre Verlegung. Diese darf in sämtlichen Wänden ausschließlich senkrecht oder waagrecht geschehen, sodass keine Elektroleitung diagonal verlegt werden darf. Zusätzlich verlaufen die Leitungen nicht endlos lang, da der Großteil von ihnen immer auf dem kürzesten Weg verlegt wird. Werden neue Elektroleitungen für die Elektroinstallationen benötigt, müssen diese zu Ecken sowie Tür- wie Fensteröffnungen einen Abstand von 10 cm oder mehr aufweisen. Waagrechte Leitungen hingegen müssen immer mit einem Abstand von 30 cm unterhalb der Decke sowie zwischen 15 und 30 cm über dem Fußboden verlegt werden. Installationszonen, welche sich in der Küche oder dem Arbeits- und Hobbyraum befinden, müssen mit einer zusätzlichen Installationszone ergänzt werden. Die notwendigen waagerechten Leitungen werden hierfür am besten mit der Vorzugshöhe von 115 cm über dem Fußboden verlegt. Alternativ muss eine Höhe zwischen 100 und 130 cm vorliegen.

Verlegezonen Wohnraum
Verlegezonen bei Wohnräumen

3. Die Besonderheiten des Bads berücksichtigen

Im Bad muss bei Elektroinstallationen besonders achtgegeben werden, da hier die Gefahr bezüglich elektronischer Schocks oder Kurzschlüsse sehr hoch ist. Der Kontakt von Wasser mit den elektronischen Installationen birgt zahlreiche Gefahren, sodass sie nur in bestimmten Schutzbereichen angebracht werden dürfen. Die Schutzbereiche geben vor, ob dort eine Elektroinstallation angebracht werden darf oder nicht. Der Schutzbereich 0 bezieht sich auf den Innenbereich der Dusche oder Badewanne und verbietet generell alle Schalter sowie Steckdosen. Schutzbereich 1 hingegen benötigt einen Mindestabstand von 2,25 oberhalb der Dusche oder Wanne, insofern die Anschlüsse für die Verwendung von fest angeschlossenen Geräten wie etwa Abwasser-, Whirlpoolpumpen-, Heißwasser- oder Abluftgeräte dienen. Andere Elektroinstallationen sind hier nicht gestattet. Schutzbereich 2 muss ebenfalls 2,25 cm oberhalb der Wanne oder der Dusche sowie mindestens 60 cm um diese herumliegen. Hier dürfen Waschmaschinen angeschlossen werden. Schalter und Steckdosen sind dennoch nicht erlaubt. 

Bad Badezimmer

4. Sämtliche Elektroinstallationen exakt planen

Wurden die Schutz- bzw. Installationszonen festgelegt, muss die exakte Planung der Elektroinstallationen erfolgen. Erfolgt eine Neuplanung der Elektroinstallationen mitsamt der bereits gedachten elektronischen Geräte, lassen sich der Umfang der Arbeiten inklusive das benötige Material gut einschätzen. Die Schätzungen verhindern, dass hohe Kosten oder Zeitaufwände bei den Arbeiten entstehen. Sämtliche benötigten Schalter und Steckdosen müssen präzise geplant werden, wobei immer genügend Steckdosen berücksichtigt werden müssen. Je nach Zimmer können auch spezielle Schutzvorrichtungen wie etwa ein Personenschutzschalter oder ein FI-Schalter angebracht werden. Damit die Stromkreise nicht überlastet werden, benötigt zudem jeder Raum eine eigene Sicherung. Jedes angeschlossene Gerät belastet das Stromnetzwerk, wodurch eine Überlastung eintreten kann. Eine sorgfältige Planung inklusive Sicherungen beugt diesem Vorfall vor. 

5. Vorkehrungsmaßnahmen treffen

Damit während der Arbeiten keine unvorhergesehenen Unfälle wie etwa Elektroschocks eintreten, müssen immer bestimmte Vorkehrungsmaßnahmen getroffen werden. Für die Arbeit am Stromnetzwerk gelten zentrale Sicherheitsregeln. Bevor eine Arbeit am Netzwerk stattfindet, muss immer der Strom abgeschaltet werden. Dies geschieht direkt am Hauptschalter, wodurch der gesamte Haushalt für die Dauer der Arbeiten keine Stromzufuhr besitzt. Damit der Strom sich nicht selbstständig wiedereinschaltet, muss das Stromnetz gesichert werden. Abschließend erfolgt eine Prüfung der Leitung auf Spannungsfreiheit mittels Prüfgeräten.

Strom abschalten mit Hauptschalter

6. Bei Spannungsunfällen schnell reagieren

Wurden bei Arbeiten am Stromnetzwerk die vorgesehenen Sicherheits-maßnahmen nicht getroffen, treten häufig Spannungsunfälle auf. Auf diese muss augenblicklich reagiert werden, da das Leben des Betroffenen von der Hilfe abhängt. Neben Erster Hilfe muss vor allem der Strom unterbrochen werden, welcher über den Betroffenen fliest. Am besten wird die Sicherung herausgenommen oder der Netzstecker gezogen. Alternativ muss der Verunglückte mithilfe eines isolierten Gegenstands vom Stromkreislauf getrennt werden. Nachdem der Verletzte in die stabile Seitenlage gebracht wurde, muss die Versorgung durch den Arzt erfolgen. 

Strom Unfall Erste Hilfe
Erste Hilfe bei Stromschlag Unfall

7. Leitungen bei Steckdosen beachten

Werden Steckdosen installiert, müssen bei ihren Installationen immer die Leitungen sowie Leiter beachtet werden. Generell werden Steckdosen immer an eine vorhandene Auslass-, Verteiler- oder Steckdose angebracht. Der Schutzleiter in Grün-Gelb, der Mittelleiter in Blau sowie der Außenleiter in Schwarz sind die zentralen Leitungen. Befindet sich die Leitung unter dem Putz, sollte eine Stegleitung bzw. NYIF verwendet werden. Bei Leitungen über dem Putz oder Holz bzw. durch Hohlwände eignet sich eine Mantelleitung bzw. NYM. In beiden Fällen müssen jedoch immer Leitungen für eine feste Verlegung verwendet werden, welche einen Aderquerschnitt ab 1,5 mm² aufweisen. Handelt es sich um eine Aufputzinstallation, wird die Steckdose in vielen Fällen angedübelt. Die Steckdosen dürfen jedoch nicht willkürlich verwendet werden, sondern müssen den Gegebenheiten des Raums entsprechen. Liegt beispielsweise ein Feuchtraum vor, werden andere Steckdosen als in einer trockenen Umgebung benötigt.

8. Mit Leerrohren für die Zukunft vorsorgen

Plant der Wohnungs- oder Hauseigentümer, das Stromnetzwerk künftig mit mehreren Elektro- und Netzwerkinstallationen wie etwa Sat, Audio oder LAN zu erweitern, sollen bei der Planung und Befestigung von Elektroinstallationen immer Leerrohre berücksichtigt werden. Leerrohre helfen, falls weitere Elektroleitungen oder Kabel nachträglich verlegt werden möchten, welche unterhalb des Putzes verlaufen. Auch verhindern die Rohre, dass die Leitungen außerhalb der Wände verlaufen und ein unschönes Gesamtbild erzeugen. Leerrohre an den richtigen Stellen können gezielt eingesetzt werden. Bei einer einfachen Anwendung unterhalb des Putzes genügen bereits Leerrohre mit einer einfachen bzw. mittleren Beanspruchung. Werden die Rohre bzw. Leitungen stark beansprucht, sollte zu einem Fränkischen Leerrohr gegriffen werden. 

Leerrohr

9. Einen Kabelversorgungsschacht nutzen

Vor allem bei Neubauten können noch zentrale Planungsmaßnahmen bezüglich Stromnetzwerk getroffen werden, welche die spätere Befestigung von Elektroinstallationen vereinfacht. Der Kabelversorgungsschacht bietet im gesamten Haus ausreichend Möglichkeiten für Elektroinstallationen. Er sollte sowohl groß sowie nach dem Einbau gut zugänglich sein. Der Versorgungsschacht kann auch über mehrere Etagen verlaufen, wodurch nachträglich neue Kabel gezogen und alte ausgetauscht werden können. Liegt kein Neubau vor, dient häufig ein stillgelegter Kamin als Kabelversorgungsschacht. Der Schacht verhindert, dass nachträglich größere Löcher gebohrt werden müssen, falls für die Elektroinstallationen zusätzliche Leitungen benötigt werden.

10. Das „Smart Home“ nicht alleine planen

Elektroinstallationen, besonders jene für ein „Smart Home“, sollten nur eigenständig geplant werden, wenn das notwendige Grundwissen vorliegt. Wird bereits eine einzige Leitung beschädigt, kann das gesamte Stromnetzwerk unbrauchbar werden. Aus diesem Grund sollten entweder die hier vermerkten Tipps berücksichtigt oder das Gespräch mit einem Fachmann gesucht werden. Selbst bei einer sorgfältigen und genauen Planung kann der Profi weitere Tipps geben, welche eventuelle Verbesserungsvorschläge für die eigene Elektroplanung beinhalten. Zusätzlich hilft der Fachmann, wenn eventuelle Probleme auftreten.

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